Holland 2009 - Das Land

  
       

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Die Niederlande


Die meisten Ausländer verbinden mit den Niederlanden Tulpen, Windmühlen und Holzschuhe und viele wissen, dass weite Teile des Landes unter dem Meeresspiegel liegen und dass das Wasser immerzu drängt, die ihm mühsam abgerungenen Landflächen wieder in Besitz zu nehmen. Dabei hätten die Niederlande noch viel mehr zu bieten, was aber in drei Tagen natürlich nicht entdeckt werden kann. So blieb auch uns nichts anderes übrig, als beim ersten Besuch die Klischees kennen zu lernen.


Das Folgende sind nur einige Stichworte; auf den anderen Seiten findet sich noch mehr.

 
In den Niederlanden gehört die Landwirtschaft zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen - das weiß man. Dass aber auch die Industrie sehr große Bedeutung hat, ist schon weniger bekannt. Höchstens Ölpreis und Rotterdam hört man recht oft in einem Satz.
 
Wassergräben, Grachten und schiffbare Gewässer prägen das Land; grenzen die Weiden ab; bilden Fahrmöglichkeiten - und lassen nie vergessen, dass es einmal (für immer) heißen könnte "Land unter". Damit leben zu können zeichnet die Niederländer (auch) aus.
Das Boot vorm Haus und das Auto hinter dem Haus - oder umgekehrt.
Im Vordergrund schwimmende Eigenheime - Vorsicht: Wenn du ein Segel in der Landschaft siehst,
muss das nicht am lasterhaften Vorabend liegen!

 

Die Niederlande rühmen sich ganz großer Künstler. Bei ca. 1000 Museen fällt die Auswahl schwer.
Also werden wir bei nächsten Besuch das eine und andere besuchen.
Ein bisschen Vermeer wenigsten als Seife - und den Film "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" werde ich mir wieder anschauen.

 


Die Niederländer über sich selbst:


Brückenbauer
Die Niederlande sind eigentlich ein riesiges Flussdelta: Rhein, Maas und Schelde münden hier ins Meer. Die jahrhundertelangen Anstrengungen auf dem Gebiet des Wasserbaus haben nicht nur das Landschaftsbild entscheidend geprägt. Der unermüdliche Kampf gegen das nasse Element hat sicher auch zur Entschlossenheit der Niederländer beigetragen, wenn es darum geht, das Unmögliche möglich zu machen.
Da bei der Wasserregulierung stets sehr widersprüchliche Interessen unter einen Hut gebracht werden mussten, haben sie schon früh gelernt, Kompromisse zu schließen und eng zusammenzuarbeiten. In internationalen Organisationen und auch in der Europäischen Union fungieren Niederländer deshalb häufig als Brückenbauer.

Das Land
Das Königreich der Niederlande besteht aus den Niederlanden selbst und aus einigen Inseln in der Karibik: den Niederländischen Antillen und Aruba. Die Niederlande werden oft auch als Holland bezeichnet. Eigentlich ist dies aber nur der Name einer Region im Westen des Landes, die in der Geschichte eine wichtige Rolle gespielt hat und deren Gebiet in etwa den heutigen Provinzen Nord- und Südholland entspricht.
Die günstige Lage am Meer war und ist ein wichtiger Standortfaktor für die niederländische Wirtschaft. Hinzu kommt, dass zwei bedeutende westeuropäische Flüsse - der Rhein und die Maas - hier in die Nordsee münden. Darüber hinaus besitzen die Niederlande mit Rotterdam den größten Seehafen der Welt und können sich daher mit Fug und Recht das Tor zu Europa nennen. Dies gilt übrigens nicht nur für die Schifffahrt. Mit Amsterdam-Schiphol verfügen die Niederlande auch über einen der größten Flughäfen Europas.
Die größten niederländischen Städte liegen zwar sehr nah beieinander, haben sich aber dennoch ihren eigenen Charakter bewahrt. Amsterdam, Utrecht, Den Haag und Rotterdam sind Teil der sog. "Randstad Holland", eines riesiges Ballungsgebiets mit über 10 Millionen Einwohnern. In Amsterdam locken vor allem das historische Zentrum, die Museen und die malerischen Grachten mit ihren prächtigen Patrizierhäusern zahllose Touristen an.
Aber auch Den Haag, Delft, Haarlem, Utrecht, Groningen und Maastricht können mit vielen historischen Bauwerken, Denkmälern, Museen, Traditionen und Veranstaltungen aufwarten. Rotterdam besticht durch hypermoderne Architektur, z. B. die Erasmusbrücke, von den Rotterdamern auch "der Schwan" genannt.

Küstenschutz
Die vielen Brücken, Deiche, Windmühlen und Schöpfwerke vervollständigen das Bild. Vorläufiger Höhepunkt im Kampf der Niederländer gegen das Wasser sind die sog. Deltawerke, die nach der Sturmflutkatastrophe von 1953 im Bereich der Meeresarme in Seeland und Südholland errichtet wurden. Der letzte Teil dieses gigantischen Hochwasserschutzprojekts, das Sturmflutsperrwerk bei Rotterdam, wurde 1997 fertig gestellt.
Es besteht aus zwei riesigen, beweglich gelagerten Stahltoren, die bei Sturmflutgefahr den 360 m breiten Nieuwe Waterweg abriegeln und damit rund eine Million Menschen vor Überschwemmung schützen, ohne dass der Natur große Schäden zugefügt werden. Etwa ein Viertel der Niederlande liegt unter dem Meeresspiegel.
Der größte Teil der "Tiefniederlande" besteht aus flachen Poldern, also eingedeichten Gebieten, in denen der Grundwasserspiegel künstlich reguliert wird. Ab dem 16. Jahrhundert wurden mithilfe von Windmühlen sogar ganze Seen trockengelegt. Heute werden die Polder mit Schöpfwerken trocken gehalten.

Konfessionen
Nach der Reformation im 16. Jahrhundert zerfielen die Niederlande in einen römisch-katholischen und einen protestantischen Teil. Die Grenze verlief etwa entlang einer Linie von der Provinz Seeland im Südwesten bis zur Provinz Groningen im Nordosten. Der Teil nördlich dieser Linie war überwiegend protestantisch, der südliche Teil katholisch. Die Protestanten gliederten sich wiederum in zahlreiche Gruppierungen, etwa die Reformierten, die freisinnigen Protestanten und die Lutheraner.
Seit dem 17. Jahrhundert leben in den Niederlanden auch Angehörige des jüdischen Glaubens, vorwiegend Nachkommen von Flüchtlingen aus Spanien und Portugal. Auch viele Hugenotten flohen vor den Verfolgungen in ihrer französischen Heimat in die Niederlande. Später kamen dann Hindus und Muslime aus den ehemaligen niederländischen Kolonien Indonesien und Surinam. Durch den Zustrom von Einwanderern aus diesen Ländern, aus Marokko und aus der Türkei hat die Zahl der Muslime seit den Sechzigerjahren stark zugenommen.
Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts nimmt der Einfluss der Kirche in den Niederlanden ab. Dieser Prozess der Säkularisierung setzte zunächst bei den Protestanten ein und erfasste später auch die Katholiken. Man bekennt sich nicht mehr, wie früher, mehr oder weniger automatisch zum Glauben der Eltern. Inzwischen ist ungefähr die Hälfte der Niederländer konfessionslos. Dennoch haben die verschiedenen Glaubensgemeinschaften in der Gesellschaft nach wie vor großen Einfluss.
Die Religionsfreiheit wurde 1848 in der Verfassung verankert. Außerdem gilt in den Niederlanden das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat. Das bedeutet, dass der Staat sich nicht in die inneren Angelegenheiten religiöser oder weltanschaulicher Organisationen einmischen darf und umgekehrt. In den Niederlanden gelten die Grundwerte der Demokratie, der Religions- und Vereinigungsfreiheit, der freien Meinungsäußerung sowie der Gleichheit aller Bürger, ungeachtet ihrer politischen Überzeugung oder ihres Glaubens.

 

 

 

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